Die drei Schwerpunktthemen der Energiewirtschaft im Jahr 2021 – Kennen Sie sie schon?

Mit dem Jahreswechsel tun sich viele neue Themen in der Energiewirtschaft auf. So wurde zum Jahresende am 18.12.2020 die EEG-Novelle verabschiedet, die nun seit 01.01.2021 rechtsgültig ist. Kurze Zeit später veröffentliche das BMWi im Rahmen der Ausprägung des § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) nun einen Referentenentwurf und zu guter Letzt hat uns die Bundesnetzagentur mit der Festlegung zu der Marktkommunikation 2022 (MaKo 2022) ein vorweihnachtliches Geschenk unter den Weihnachtsbaum gelegt. Aber welche Herausforderungen ergeben sich hieraus?

Worum geht es?

Die neuen Vorgaben zur MaKo 2022 bedingen Änderungen in allen vier Bereichen der Marktkommunikation (GPKE, WiM, MPES, MaBIS), im Netznutzungsvertrag, im Lieferantenrahmenvertrag sowie im Bereich des öffentlichen Ladens von E-Fahrzeugen. In den vergangenen Jahren stand für die BNetzA die stichtagsbezogene Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zum Roll-Out im Vordergrund. Ziel der MaKo 2022 ist es jedoch in zahlreichen Themenfelder die Automatisierung und Digitalisierung voranzutreiben und damit bei allen partizipierenden Akteuren die Effizienz und auch die Geschwindigkeit der Abwicklung zu erhöhen. Zudem soll zukünftig auch ein Fokus auf die Ermöglichung von Mehrwertdiensten gelegt werden. Neben allgemeinen Änderungen wie die Einführung von der neuen Rolle des Energieserviceanbieters (ESA) steht auch die Ausprägung von neuen Prozessen (bspw. elektronisches Preisblatt, Unterbrechung und Wiederherstellung der Anschlussnutzung, Übermittlung von Werten an/von dem ESA) sowie die Änderung bestehender Prozesse und die Anpassung von Fristen im Vordergrund. Umgesetzt werden müssen all diese Vorgaben bis zum 01.04.2022.

In diesem Zusammenhang gilt es auch einen Blick auf die Implikationen des Referentenentwurfs zum § 14a EnWG zu werfen, da es hier aus unserer Sicht durchaus Rückkopplungen geben wird:

Mit dem Referentenentwurf zu § 14a hat das BMWi das Fundament für den Umgang mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen gegossen. Es kommen dabei viele Neuerungen auf Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und die Wohnungswirtschaft zu. So bedeutet die Einführung der Spitzenglättung zur Hebung von Flexibilitätspotentialen im Verteilnetz sowohl eine neue Netzentgeltregelung, als auch neue Pflichten und Chancen mit der steuertechnischen Anbindung dieser Anlagen. Für die Umsetzung des Instruments der Spitzenglättung ist eine neue Preisbildung zu etablieren. In diesem Zusammenhang müssen aus unserer Sicht neue MaKo-Prozesse entwickelt werden, die den Auswahlmöglichkeiten in der Netzentgeltgestaltung und der Abwicklung individueller Verbraucherpräferenzen für den Strombezug der Anlagen Rechnung trägt. Für Netzbetreiber bedeutet das auch eine Anpassung der etablierten Abrechnungsprozesse, die sich an einer deutlich differenzierteren und komplexeren Netzentgeltverordnung zu orientieren haben. Insofern bringt das Steuerbare-Verbrauchseinrichtungen-Gesetzt (SteuVerG) mit der noch ausstehenden finalen Verabschiedung diverse tiefgreifende Änderungen für Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und auch die Wohnungswirtschaft mit, die jeder Stakeholder aufmerksam verfolgen sollte.

Während der Referentenentwurf zum SteuVerG insbesondere Verbrauchseinrichtungen adressiert, hat der Gesetzgeber parallel zu dieser Entwicklung Vorgaben für die Einspeiseseite geschärft. So kommen mit der EEG-Novelle viele Neuerungen für Mieterstromprojekte, PV-Anlagen und Einspeiseanlagen im Allgemeinen auf die Unternehmen zu. So wurde der Weg für eine Auffangvergütung für Post EEG-Anlagen geebnet und Ausschreibungsregelungen für PV-Anlagen überarbeitet. Des Weiteren findet sich eine klare Regelung zur Einbindung von intelligenten Messsystemen auf Einspeiseebene in der EEG-Novelle wieder. Auf Grundlage der BSI Errata zu TAF9 und TAF10 aus dem Jahr 2020 wird insofern auf der Einspeiseebene anwendungstechnisch für mehr Transparenz für Netzbetreiber gesorgt. Zusammen mit dem Referentenentwurf zum SteuVerG erhalten Netzbetreiber somit zukünftig das passende Werkzeug zur effizienteren Ausgestaltung und Steuerung des Netzbetriebs für Einspeisung und Bezug.

Wie finden wir das?

Dieses Jahr gilt es viele rechtliche und regulatorischen Änderungen auf dem deutschen Strommarkt im Auge zu behalten. So werden sich Unternehmen in den kommenden Monaten intensiv mit den MaKo- Vorgaben auseinandersetzen. Unsere Erfahrung der letzten Festlegungen zeigen, dass die geplanten Änderungen teils immense Anpassungen der eigenen Prozesse und IT-Systeme erfordern. Mit Blick auf den anvisierten Umsetzungstermin ist es aus unserer Sicht für die Branche wichtig, frühzeitig mit den notwendigen Anpassungen zu beginnen. In diesem Kontext gibt der Referentenentwurf zu § 14a EnWG schon erste Hinweise darauf, welche Themen nach dem 01.04.2022 auf uns warten. So muss aus unserer Sicht auch hier eine Anpassung der Markt- und Abrechnungsprozesse erfolgen, welche durch die Umsetzung der Spitzenglättung und dessen Entgeltsystematik erforderlich wird. Natürlich ergeben sich aus den genannten Änderungen nicht nur Pflichten, sondern auch Chancen und Risiken. Insbesondere die EEG-Novelle ermöglicht mitunter neue Potentiale für die PV-Branche und für entsprechende Geschäftsmodelle, wie Mieterstrom- bzw. Quartiersstrommodelle. Bezogen auf intelligente Messsysteme erwarten wir in diesem Jahr eine Markterklärung durch das BSI für Einspeisestellen. Ebenso bietet der Referentenentwurf zum § 14a die Möglichkeit für Mehrwertprodukte.

Sie haben sich noch nicht mit diesen Themen auseinandergesetzt? Kein Problem, m2g hat alle Änderungen auf dem deutschen Energiemarkt im Fokus und weiß, worauf Sie zu achten haben. Sollten Sie Fragen zu oben genannten Themen haben, kommen Sie gerne auf uns zu oder nehmen Sie doch einfach an unseren Webinaren zu den Schwerpunktthemen § 14a am 27.01.2021 und MaKo 2022 am 28.01.2021 teil.

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m2g-Consult - Die Digitalisierer der Wohnungs- und Energiewirtschaft

Benjamin Baasner, CEO - Geschäftsführer

Projektrolle: Principal Consultant

Benjamin Baasner verfügt über nachweisliche Berufserfahrung in unterschiedlichen Unternehmen und Funktionen in der Energiewirtschaft und in anderen Branchen. Im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) konnte Herr Baasner seine betriebswirtschaftliche Expertise in dem Bereich Personal, Organisation und Finanzen einbringen und verschiedene Prozesse im Verband implementieren und optimieren. Durch den Wechsel in den Bereich Netzwirtschaft innerhalb des VKU erhielt er Einblicke in die nationalen und europäischen Gesetzgebungsverfahren und konnte bei der Meinungsbildung durch die VKU Mitgliedsunternehmen an deren Ausgestaltung – insbesondere in den Themenfeldern Smart Metering und IKT – mitwirken.

Benjamin Baasner ist seit mehreren Jahren Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen Gremien (z.B. Arbeitsgruppe des Bundeswirtschaftsministeriums Intelligente Netze und Zähler, Arbeitsgruppe Systemsicherheit, Umsetzungsplan KRITIS vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik).

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Isabel Gernert

Projektrolle: Consultant - Professional

Isabel Gernert unterstützt in strategischen, wirtschaftlichen und technischen Fragestellungen. In mehreren Projekten konnte sie bereits eine Vielzahl an Erfahrungen und Einblicken in Unternehmen der Energiewirtschaft sammeln. Besonders die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich der Einführung von intelligenten Messsystemen sind ihr umfassend bekannt.

Sie ist durch ihre Ausbildung mit ingenieurs- und wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund interdisziplinär geschult und ist mit ihren hervorragenden organisatorischen Fähigkeiten und schnellen Auffassungsgabe in der Lage, anspruchsvolle und herausfordernde Aufgaben effizient und auf hohem Niveau zu lösen.

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Eileen Reschke - Referentin der Geschäftsführung

Projektrolle: Consultant - Professional

Eileen Reschke unterstützt in strategischen, wirtschaftlichen und technischen Fragestellungen. In mehreren Projekten konnte sie bereits eine Vielzahl an Erfahrungen und Einblicken in Unternehmen der Energiewirtschaft sammeln. Besonders die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich der Einführung von intelligenten Messsystemen sind Frau Reschke umfassend bekannt.

Frau Reschke ist durch ihre Ausbildung mit ingenieurs- und wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund interdisziplinär geschult und ist mit ihren hervorragenden organisatorischen Fähigkeiten und ihrer schnellen Auffassungsgabe in der Lage anspruchsvolle und herausfordernde Aufgaben effizient und auf hohem Niveau zu lösen.

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Felix Obst - Teamleiter

Projektrolle: Senior Consultant

Felix Obst unterstützt als Senior Consultant diverse Unternehmen der Energiewirtschaft im Umfeld intelligenter Messsysteme sowohl in technischen, wirtschaftlichen als auch strategischen Fragestellungen. In diesem Kontext entwickelte er Ansätze, wie die Einführung von intelligenten Messsystemen für EVUs und in der Wohnungswirtschaft, die nutzstiftend und gewinnbringend eingesetzt werden können.

Durch seine Ingenieursausbildung mit energiewirtschaftlichem Schwerpunkt ist Herr Obst mit den Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft vertraut. Er zeichnet sich durch seinen Ehrgeiz und seine Zielorientierung aus, sich in neue Themenfelder rasch einzuarbeiten und mit der nötigen Sorgfalt zu bearbeiten.

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Steven Braun - Prokurist

Projektrolle: Pricipal Consultant

Durch seine langjährige Expertise in unterschiedlichen Unternehmen und Funktionen in der Energie- und Versorgungswirtschaft ist Herr Braun ein ausgewiesener und erfahrener Experte in den Bereichen Smart Metering, IT-Architektur sowie Anforderungsmanagement.

In komplexen Fragestellungen und Projekten hat er seine ausgezeichneten analytischen und organisatorischen Fähigkeiten im Bereich Projektmanagement und IT-Beratung entwickelt und unter Beweis gestellt. Er unterstützte in der Vergangenheit in diversen Projekten die Projektleiter und Geschäftsführer in organisatorischen und administrativen Themenfeldern. Darüber hinaus unterstützte er verschiedene Unternehmen bei ihrer operativen Ausrichtung in verschiedenen Themenfeldern.

m2g-Consult - Die Digitalisierer der Wohnungs- und Energiewirtschaft

Stefan Baasner, CEO - Geschäftsführer

Projektrolle: Principal Consultant

Stefan Baasner verfügt über langjährige Erfahrungen in unterschiedlichen Unternehmen und Funktionen und ist ein ausgewiesener Experte in diversen methodischen, IT-lastigen und fachlichen Lösungsansätzen.

In unterschiedlich komplexen Fragestellungen und Projekten hat er seine ausgezeichneten analytischen und organisatorischen Fähigkeiten im Bereich der Strategie-/Prozess- und IT-Beratung unter Beweis gestellt. Insbesondere durch seine Verbandsarbeit hat er national und international Einfluss auf die aktuelle Gesetzgebung in den regulierten Bereichen der Energiewirtschaft. Darüber hinaus unterstützte er verschiedene Unternehmen bei ihrer strategischen und operativen Ausrichtung in verschiedenen Themenfeldern.