1:n-Lösungen – Zähler-Anbindungen an das SMGW außerhalb der Liegenschaft

Worum geht es?

Durch den Bundestagsbeschluss des Gesetzes zum Neustart zur Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) vom 27.05.2023 ergeben sich für diverse Marktrollen eine Vielzahl neuer Herausforderungen. Eine Neuerung des § 21 Abs. 3 MsbG besagt, dass eine mögliche leitungsgebundene oder drahtlose Anbindung mehrerer Zählpunkte mit einem Smart Meter Gateway (SMGW) in räumlicher Nähe möglich ist. Dabei wird eine Integration des SMGWs am Netzanschlusspunkt vorausgesetzt. Zusätzlich wird beschrieben, dass Zählpunkte an mehreren Netzanschlüssen innerhalb desselben Netzknotens ausgelesen werden können. Bei der Umsetzung sollen weiterhin die Einsichts- und Informationsrechte nach den §§ 53 und 61 MsbG wie bei der Bündelung von Zählpunkten an einem Netzanschluss gelten. Für den Kunden hat dies jedoch zur Folge, dass er ggf. nicht mehr an sein SMGW gelangt, um über die Transparenz- und Displaysoftware (TruDi) seine Verbrauchswerte auszulesen. Messstellenbetreiber stehen vor der Herausforderung die Einsichtspflichten trotzdem zu gewährleisten.

Welche Auswirkungen ergeben sich aufgrund der Anpassung:

Bisher wurde eine Einhaltung der Auskunftsrechte (§ 53 MsbG) und die Pflicht zur Bereitstellung von Verbrauchsinformationen für den Anschlussnutzer (§ 61 MsbG) gewährleistet, indem über eine lokale Anzeigeeinheit benötigte Informationen direkt am SMGW ausgelesen werden konnten. Letztverbraucher haben hiermit die Möglichkeit, sich mit ihrem privaten Endgerät über die HAN-Schnittstelle per LAN-Kabel mit dem Smart Meter Gateway zu verbinden. Dadurch können sie mithilfe der Software „TruDi“ des Arbeitskreises „BundesDisplay“ ihre Messwerte einsehen und auf die im SMGW gespeicherten Daten zugreifen. Über die TruDi-Software ist es beispielsweise möglich, individuelle Vertragsdaten wie Vertragsbeginn/-ende, Tarifbezeichnung und Name des Stromlieferant auszulesen. Zusätzlich lassen sich Informationen zu Abrechnungsperioden und Tageswerten einsehen.  Durch eine Anbindung via 1:n-Lösung kann jedoch nur schwer sichergestellt werden, dass ein direkter Zugriff auf das SMGW möglich ist.

Nach § 61 Abs. 2 MsbG besteht zusätzlich die Option eine Einsicht der Daten über ein Online-Portal bereitzustellen, sofern eine lokale Möglichkeit technisch nicht umsetzbar oder wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Sollten sich Messstellebetreiber zukünftig für 1:n-Anbindungen entscheiden hat dies zur Folge, dass die Integration eines Kundenportals zur Pflicht wird, um eine Einsicht von Verbrauchsdaten mittels Online-Lösung zu gewährleisten. Weiterhin müsste das Portal alle Informationen, welche auch in der TruDi-Software einsehbar sind, bereitstellen.

 

Unsere Einschätzung der Thematik

Messstellenbetreiber, die bisher von einem Online-Portal Abstand genommen haben, sind nur eingeschränkt in der Lage eine 1:n Lösung zu nutzen. Um SMGWs liegenschaftsübergreifend zu nutzen, wird aus der Option eines Online-Portals automatisch eine Pflicht. Hintergrund ist, dass nicht jedem Kunden der Zugang zu „seinem“ SMGW zugesichert werden kann. Damit jeder Kunde Zugriff auf seine Messwerte und Tarifinformationen erhält, ist für diese Form der 1:n Lösung zwingend ein Online-Portal erforderlich. Damit einhergehend entsteht aus unserer Sicht die Herausforderung, die kundenbezogenen Marktkommunikationsprozesse automatisiert abzuwickeln. Es muss gewährleistet werden, dass jedem Kunden nur die Daten angezeigt werden, für die er berechtigt ist. Der Messstellenbetreiber muss deshalb nicht nur die technische Messstelle kennen sondern auch „seinen“ Kunden.

Sofern ein Online-Portal bereitgestellt wird, kann 1:n einen wirtschaftlichen „Booster“ für den Business Case darstellen. Die Ausstattung von ganzen Straßenzügen mit SMGWs senkt beispielsweise die Beschaffungskosten, da nur wenige SMGWs für die Kommunikationsanbindung benötigt werden.

Zeitgleich sinken die Kosten für konventionelle Ablesedienstleistungen, da weder Ablesedienstleister noch klassische Ablesekarten benötigt werden. Für den intelligenten Messstellenbetrieb verbessert sich zudem die stückkostenbasierten Betriebskosten, da mehr Kunden auf der „iMS-Plattform“ integriert werden.

Der MSB kann mit dieser Rolloutstrategie im Bereich der intelligenten Messysteme skalieren und die politisch gewollte Digitalisierung vorantreiben. Zentrale Voraussetzung ist jedoch, dass dieser Anwendungsfall in der Praxis technisch stabil funktioniert.  

Ihr Ansprechpartner:

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Elias Kniest

Projektrolle: Consultant - Professional

Herr Kniest ist bei m2g als Consultant in verschiedenen Projekten zum Thema Digitalisierung der Energiebranche in technischen, wirtschaftlichen und strategischen Fragestellungen tätig. Besonders die methodische Ein- und Ausarbeitung neuer Themen der Energiewirtschaft auf Grundlage von neuen Gesetzen und Vorgaben liegen Herrn Kniest.

Durch sein wirtschaftliches Studium mit Fokus auf digital businesses und seine vorherigen Tätigkeiten als Digital Consultant und Mediengestalter bringt Herr Kniest eine breite Methodenkompetenz sowie fachliches Know-How zu digitalen Prozessen mit.

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Haci Solak

Projektrolle: Consultant - Professional

Herr Solak wirkt bei m2g als Consultant in verschiedenen Aufgaben im Bereich intelligenter Messsysteme in technischen, wirtschaftlichen und strategischen Fragestellungen mit. Besonders die langjährige Arbeit in energiewirtschaftlichen Aufgabenfeldern, sowie die Erarbeitung von Systemen und Prozessen zeichnen Ihn als Experte in der Energiebranche aus.

Herr Solak ist durch seine Ausbildung als Energieingenieur bereits mit verschiedenen IT-Systemen und elektronischen Komponenten in Kontakt gekommen und ist durch diverse Projekte interdisziplinär geschult und verfügt über relevante Kompetenzen.

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Isabel Gernert

Projektrolle: Consultant - Professional

Isabel Gernert unterstützt in strategischen, wirtschaftlichen und technischen Fragestellungen. In mehreren Projekten konnte sie bereits eine Vielzahl an Erfahrungen und Einblicken in Unternehmen der Energiewirtschaft sammeln. Besonders die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich der Einführung von intelligenten Messsystemen sind ihr umfassend bekannt.

Sie ist durch ihre Ausbildung mit ingenieurs- und wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund interdisziplinär geschult und ist mit ihren hervorragenden organisatorischen Fähigkeiten und schnellen Auffassungsgabe in der Lage, anspruchsvolle und herausfordernde Aufgaben effizient und auf hohem Niveau zu lösen.

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Eileen Reschke - Referentin der Geschäftsführung

Projektrolle: Consultant - Professional

Eileen Reschke unterstützt in strategischen, wirtschaftlichen und technischen Fragestellungen. In mehreren Projekten konnte sie bereits eine Vielzahl an Erfahrungen und Einblicken in Unternehmen der Energiewirtschaft sammeln. Besonders die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich der Einführung von intelligenten Messsystemen sind Frau Reschke umfassend bekannt.

Frau Reschke ist durch ihre Ausbildung mit ingenieurs- und wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund interdisziplinär geschult und ist mit ihren hervorragenden organisatorischen Fähigkeiten und ihrer schnellen Auffassungsgabe in der Lage anspruchsvolle und herausfordernde Aufgaben effizient und auf hohem Niveau zu lösen.

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Felix Obst - Teamleiter

Projektrolle: Senior Consultant

Felix Obst unterstützt als Senior Consultant diverse Unternehmen der Energiewirtschaft im Umfeld intelligenter Messsysteme sowohl in technischen, wirtschaftlichen als auch strategischen Fragestellungen. In diesem Kontext entwickelte er Ansätze, wie die Einführung von intelligenten Messsystemen für EVUs und in der Wohnungswirtschaft, die nutzstiftend und gewinnbringend eingesetzt werden können.

Durch seine Ingenieursausbildung mit energiewirtschaftlichem Schwerpunkt ist Herr Obst mit den Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft vertraut. Er zeichnet sich durch seinen Ehrgeiz und seine Zielorientierung aus, sich in neue Themenfelder rasch einzuarbeiten und mit der nötigen Sorgfalt zu bearbeiten.

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Steven Braun - Prokurist

Projektrolle: Pricipal Consultant

Durch seine langjährige Expertise in unterschiedlichen Unternehmen und Funktionen in der Energie- und Versorgungswirtschaft ist Herr Braun ein ausgewiesener und erfahrener Experte in den Bereichen Smart Metering, IT-Architektur sowie Anforderungsmanagement.

In komplexen Fragestellungen und Projekten hat er seine ausgezeichneten analytischen und organisatorischen Fähigkeiten im Bereich Projektmanagement und IT-Beratung entwickelt und unter Beweis gestellt. Er unterstützte in der Vergangenheit in diversen Projekten die Projektleiter und Geschäftsführer in organisatorischen und administrativen Themenfeldern. Darüber hinaus unterstützte er verschiedene Unternehmen bei ihrer operativen Ausrichtung in verschiedenen Themenfeldern.

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Benjamin Baasner, CEO - Geschäftsführer

Projektrolle: Principal Consultant

Benjamin Baasner verfügt über nachweisliche Berufserfahrung in unterschiedlichen Unternehmen und Funktionen in der Energiewirtschaft und in anderen Branchen. Im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) konnte Herr Baasner seine betriebswirtschaftliche Expertise in dem Bereich Personal, Organisation und Finanzen einbringen und verschiedene Prozesse im Verband implementieren und optimieren. Durch den Wechsel in den Bereich Netzwirtschaft innerhalb des VKU erhielt er Einblicke in die nationalen und europäischen Gesetzgebungsverfahren und konnte bei der Meinungsbildung durch die VKU Mitgliedsunternehmen an deren Ausgestaltung – insbesondere in den Themenfeldern Smart Metering und IKT – mitwirken.

Benjamin Baasner ist seit mehreren Jahren Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen Gremien (z.B. Arbeitsgruppe des Bundeswirtschaftsministeriums Intelligente Netze und Zähler, Arbeitsgruppe Systemsicherheit, Umsetzungsplan KRITIS vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik).

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Stefan Baasner, CEO - Geschäftsführer

Projektrolle: Principal Consultant

Stefan Baasner verfügt über langjährige Erfahrungen in unterschiedlichen Unternehmen und Funktionen und ist ein ausgewiesener Experte in diversen methodischen, IT-lastigen und fachlichen Lösungsansätzen.

In unterschiedlich komplexen Fragestellungen und Projekten hat er seine ausgezeichneten analytischen und organisatorischen Fähigkeiten im Bereich der Strategie-/Prozess- und IT-Beratung unter Beweis gestellt. Insbesondere durch seine Verbandsarbeit hat er national und international Einfluss auf die aktuelle Gesetzgebung in den regulierten Bereichen der Energiewirtschaft. Darüber hinaus unterstützte er verschiedene Unternehmen bei ihrer strategischen und operativen Ausrichtung in verschiedenen Themenfeldern.